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 Optimierung Energienutzung - Niederdruckdampf-Kondendsationsturbine


Neben der umweltgerechten Entsorgung des anfallenden Abfalls ist die gesetzlich vorgeschriebene Energienutzung ein wichtiger Bestandteil der ökologischen und ökonomischen Leistung der KEBAG. Die Energienutzung der KEBAG basiert auf 2 Standbeinen:

♦ Erzeugung von Strom
♦ Fernwärme (Heisswasser)
Mit der Inbetriebnahme des Dampfverbundes Solothurn Ost (EnSO) im Jahr 2005 wurde die Energienutzung in Form von Direktdampf ausgebaut. Gleichzeitig wurde die Kondensationsturbine aus den KEBAG-Anfangsjahren demontiert und durch eine neue Gegendruckturbine ersetzt. Damit hat die KEBAG eine Energienutzungsstrategie umgesetzt, die primär auf den Absatz von Dampf für die Industrie setzte. 
Diese Strategie erwies sich bis 2008 als richtig und sowohl ökologisch wie ökonomisch sinnvoll. Im November 2008 hat Borregaard die Schliessung des Werkes in Luterbach/Riedholz beschlossen und per Ende 2008 auch umgesetzt. Im März 2011 hat die Papierfabrik Biberist (sappi) ebenfalls die Betriebsschliessung angekündigt und im August 2011 auch vollzogen. Damit verlor die KEBAG die wichtigsten Industriekunden, die bis zu 80 % der verfügbaren Energie in Form von Dampf bezogen haben. . Um die verfügbare Energie wieder nutzen zu können, wurden mit der Regio Energie Solothurn und der AEK Fernwärmelieferverträge abgeschlossen. In diesen Verträgen verpflichtet sich die KEBAG die Fernwärmeauskopplung auszubauen und im Endausbau (ca. 2025) total 45.8 MW Anschlussleistung Fernwärme zur Verfügung zu stellen. Der Aufbau von Fernwärmenetzen beansprucht viel Zeit, zudem wird Fernwärme naturgemäss nur im Winter benötigt. Für die Sommermonate muss eine entsprechende Alternativnutzung gesucht und aufgebaut werden.
Auf Grund der heutigen Situation, den abgeschlossenen Fernwärmelieferverträgen und Mangels potentiellen Abnehmern von Direktdampf ist der Bau einer Hochdruckdampfkondensationsturbine die beste Lösung. Die zusätzliche Dampfturbine deckt die heute bekannten Einflussgrössen optimal ab. Sie ist so ausgelegt, dass sie über einen weiten Dampfmengenbereich (15-97 t/h) betrieben werden kann. Dies ist besonders wichtig, um den erhöhten Dampfbedarf für die Fernwärme in den Wintermonaten (= viel Fernwärme, wenig Dampf für die Turbine), resp. den Dampfüberschuss in den Sommermonaten (= wenig Fernwärme, viel Dampf für die Turbine) nutzen zu können.

Es wird zukünftig möglich sein alle anfallende Energie aus Abfall bedarfsgerecht in marktfähige Energieformen umzuwandeln (Strom und Fernwärme).

Projektumfang

Hochdruckdampfkondensationsturbine
Das vorliegende Projekt umfasst als Herzstück eine neue Hochdruckdampfkondensationsturbine21.6 MW mit allen notwendigen Nebenanlagen wie, Wasser-Dampf-Kreislauf, Dampfkondensator, neue Turbinenhalle inklusive Gebäudeinfrastruktur am Standort der heutigen Abwasserbehandlung, die gesamte Elektro- und Leittechnik, komplette Montage, Inbetriebnahme und Dokumentation, sowie die Kosten für das Bewilligungsverfahren. Ebenfalls enthalten sind notwendige Demontage- und Abbrucharbeiten, sowie Massnahmen zur Sicherstellung des frühstmöglichen Baubeginns.

Strom - Netzeinspeisung
Die Strom-Netzstruktur auf dem Firmenareal der KEBAG ist im Laufe der Zeit historisch „gewachsen". Die Hauptstationen sind immer noch auf dem Stand der Technik zum Zeitpunkt des Baus der ersten Verbrennungslinien im Jahre 1973. Mittlerweile befinden sich auf dem Arealgelände eine 50 kV sowie sechs 16 kV Schaltanlagen. Die 16kV Schaltanlagen sind grösstenteils in eine Ringverkabelung integriert. Der 50 kV Trafo ist nicht redundant ausgeführt und stellt eines der grössten Risiken der KEBAG bezüglich Betriebsunterbruch mit entsprechender Kostenfolge dar. Mit der zusätzlichen Turbine bietet sich jetzt die Möglichkeit die Betriebssicherheit massiv zu erhöhen. Damit die zusätzliche elektrische Energie ins 50 kV-Netz der AEK ausgespiesen werden kann, sind Anpassungen an der Hoch- und Mittelspannungsanlage notwendig. Das Projekt enthält alle notwendigen Transformatoren, und elektrischen Einrichtungen um den zusätzlich produzierten Strom mit einer Spannung von 50 kV ins AEK-Netz ausspeisen zu können. Vorgesehen ist ebenfalls der Bau einer neuen 50 KV Schaltanlage und damit eine massive Erhöhung der Betriebssicherheit der KEBAG. 

Mechanische Werkstatt und Schlosserei
In das neue Gebäude werden auf der Ostseite eine mechanische Werkstatt, Schlosserei und Magazine integriert. Damit erhält die Instandhaltung zusätzlichen Raum für die stetig wachsenden Instandhaltungaanforderungen.
Termine
Genehmigung durch die Generalversammlung KEBAG         8. Juni 2010
Detailprojektierung und Bewilligungsverfahren   ab August 2010
Genemigung revidiertes Projekt durch die GV KEBAG 9. Juni 2011 
Baubeginn   Juli 2011
Inbetriebnahme  November 2012

Kosten

Komplette HD-Kondensationsturbine, inkl. Wasserdampf-Kreislauf, Kondensator, Elektro- und Leittechnik    
CHF
20'529'000.--
Turbinenhalle inklusiv Infrastruktur (Werkstatt, Schlosserei, Magazine)
CHF
5'356‘000.--
Neuorgansiation Instandhaltung CHF  2'600'000.--
Strom-Netzeinspeisung
CHF
4'430‘000.--
Sicherstellung des Baubeginns, Unvorhergesehenes (10 %), Vorprojekt- und Bewilligungskosten
CHF
3'685‘000.--
Total exkl. Mehrwertsteuer und Teuerung
CHF
36'600‘000.-

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