Preiserhöhung per 1.1.2016

Die Strompreise befinden sich auf einem historischen Tiefstand. Betrug der Erlös 2009 noch durchschnittlich 94 Franken pro Megawattstunde, sank dieser Betrag im Mai 2015 auf 26 Franken. Als grosse Stromproduzentin ist die KEBAG AG stark von diesen Preisen abhängig. Die entstehende Finanzierungslücke gefährdet das Neubauprojekt KEBAG Enova. Der Verwaltungsrat hat deshalb eine Erhöhung der Entsorgungspreise um 8 Prozent per 2016 beschlossen. Der neue Preis liegt noch immer deutlich unter dem nationalen Durchschnitt.

Die KEBAG AG ist eine der grössten Stromproduzentinnen in der Region. Jährlich produziert sie 135‘000 Megawattstunden (MWh) Strom. Entsprechend ist die KEBAG stark abhängig von den Entwicklungen an den europäischen Energiemärkten. Die Strompreise sanken in den letzten Jahren stetig und haben in den vergangenen Monaten ein historisches Tief erreicht: Pro MWh Strom betrug der Erlös im Mai noch 26 Franken gegenüber 94 Franken, die im Jahr 2009 pro MWh erzielt wurden. Gerechnet hat die KEBAG mit 80 Franken pro MWh.

Jährlich fehlen 6 bis 7 Millionen Franken

Aufgrund der tiefen Strompreise fehlen der KEBAG aktuell jährliche Einnahmen aus dem Stromverkauf von rund 6 bis 7 Mio. Franken. Die KEBAG ist auf diese Einnahmen angewiesen, um Rückstellungen für den Neubau KEBAG Enova zu bilden. Die KEBAG Enova soll die bestehende Anlage, die an ihre Altersgrenze stösst, per 2025 ersetzen. Die Kosten für die neue Anlage betragen rund 400 Mio. Franken, wovon ein Drittel aus Eigenmitteln finanziert werden soll. Die tiefen Strompreise gefährden dieses Finanzierungsziel.

 KEV kann Finanzierungslücke nur teilweise schliessen

Die Situation wird etwas entschärft durch die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV), welche die KEBAG ab Herbst 2015 vom Bund für ihre Stromproduktion aus erneuerbaren Energien erhalten wird. Doch die KEV kann die durch die tiefen Strompreise entstandene Finanzierungslücke nur teilweise schliessen. Eine Anpassung der Entsorgungspreise ist deshalb unumgänglich.

Die Annahmepreise in der KEBAG liegen momentan bei 125 Franken pro Tonne Abfall und damit deutlich unter dem nationalen Durchschnitt von 142 Franken pro Tonne. Der Verwaltungsrat hat an seiner letzten Sitzung entschieden, den Annahmepreis um 8 Prozent auf 135 Franken pro Tonne zu erhöhen. Damit ist die Entsorgung in der KEBAG noch immer günstiger als im landesweiten Durchschnitt. Die Preise für die KEBAG-Säcke und -Marken werden im gleichen Umfang angepasst.

Deutlich höhere Entsorgungspreise im Jahr 2005

Noch im Jahr 2005 musste deutlich mehr bezahlt werden für die Abfallentsorgung. Der Annahmepreis für eine Tonne Abfall lag damals bei 168 Franken. Über die Jahre konnte die KEBAG diesen Preis dank hohen Erlösen aus dem Energie- und Wertstoffverkauf kontinuierlich senken. 2011 nötigte die Schliessung der beiden Industriebetriebe Borregaard Schweiz AG in Riedholz und Sappi in Biberist, welche die KEBAG davor mit Prozessdampf beliefern konnte, die KEBAG zum Einstieg in den volatilen Strommarkt. Die tiefen Energieerlöse in diesem Markt zwingen die KEBAG zu einer moderaten Erhöhung der Preise.

Weitere Informationen zum Neubauprojekt KEBAG Enova finden Sie unter: www.kebag-enova.ch

Medienmitteilung Preiserhöhung vom 15.7.2015

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